Über den Autor

Felix Meran wurde in den 1970er Jahren in Wien geboren, irgendwo zwischen Philharmoniker-Abo und Altbauwohnung, als einziger Sohn einer Familie, die sich seit Generationen dem gepflegten Rückzug und der diskreten Einflussnahme verschrieben hat. Seine schulische Laufbahn begann in einer berühmten und sehr alten Privatschule in Wien, wo er früh durch eine Vorliebe für klassische Sprachen, höfliche Widersprüche und subversive Randbemerkungen auffiel. Die Matura bestand er mit Auszeichnung, obwohl er sich weigerte, im Physikunterricht jemals das Ohm’sche Gesetz anzuerkennen, angeblich aus ästhetischen Gründen.
Sein Studium der Rechtswissenschaften brach er aus literarischen Gründen ab, oder, wie er selbst sagt, „weil Paragrafen keine Pointe zulassen“. Er wandte sich stattdessen der Philosophie und den vergleichenden Religionswissenschaften zu. Dazwischen verbrachte er zwei Jahre in Triest als Writer in Residency der Fondazione delle Idee Perdute, wo er an einem nie veröffentlichten Roman arbeitete, der nur aus 324 Fußnoten besteht. Er behauptet glaubhaft, der Rest sei verlorengegangen und würde irgendwann wieder auftauchen.
Er war kurzzeitig Dramaturg an der Sprechbühne am Schlossberg, wurde jedoch nach einer Diskussion über Kierkegaard während einer Premierenfeier des Hauses verwiesen. Danach folgten Jahre des Umherstreifens: Stationen in Marseille, Tbilisi in Georgien, ein Sommer in einem leerstehenden Kurhotel in Karlsbad. Über diese Zeit schweigt Meran beharrlich. Man munkelt, dass er unter verschiedenen Namen Essays in Zeitschriften veröffentlichte, die heute nicht mehr existieren.
Seit 2022 lebt Felix Meran wieder in Wien, wo er in Cafés sitzt, die meist kein WLAN haben. Sein schriftstellerisches Werk erscheint ausschließlich in unabhängigen Verlagen mit Messingbeschlägen und Vorworten, die länger sind als das Hauptwerk.
Er selbst bezeichnet sich nicht als Autor, sondern als “Redaktor von Weltfragmenten”.